Cloud-Services – Prozesserleichterung oder Sicherheits-Falle?

Noch vor ein paar Jahren war der Einsatz von Cloud-Computing in vielen Unternehmen gefürchtet. Nicht ganz zu Unrecht, wie ein Test der Stiftung Warentest 2013 zeigte. Dort fielen alle der 13 getesteten Cloud-Dienste im Sicherheitstest durch. Unternehmen zögerten daher zurecht mit der Frage, für sensible Unternehmensdaten Cloud-Lösungen zu nutzen. Doch seitdem hat sich einiges geändert.

Unternehmen  wollen durch den Einsatz eines Cloud-Services in erster Linie Prozesse vereinfachen und Kosten senken. Die Lösungen sollen den Fokus auf das  Kerngeschäft errleichtern, da durch Outsourcing das Security Management, Upgrades, Betrieb und Wartung der IT-Ressourcen und Investitionen zum Beispiel für die Server-Hardware auf einen spezialisierten Anbieter ausgelagert werden können. Dass trotz aller Bequemlichkeit vor allem die Sicherheit an erster Stelle steht, machte es vielen Cloud-Anbietern zu Anfang nicht leicht. Dies ändert sich jedoch zunehmend – wie Untersuchungen der KPMG und in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband Bitkom zeigen.

Foto: KPMG / Bitkom

Laut der Studie gab es in den vergangenen Jahren erstmals mehr Interessenten, als Skeptiker. 40 % sind dem Cloud-Computing gegenüber mittlerweile aufgeschlossen – ein Plus von 13 % gegenüber dem Jahr 2011. Mittlerweile bewerten 78 % der private-Cloud Nutzer und 73 % der public-Cloud Nutzer ihre Erfahrungen als positiv.

Foto: KPMG / Bitkom

Aktuell nutzen fast die Hälfte der deutschen Unternehmen Cloud-Dienste, vorzüglich private. Dabei sind vor allem große und IT-Unternehmen Vorreiter.

Public-Clouds weiterhin konstant

Ein deutlicher Unterschied besteht zwischen private und public Clouds. Besonders mit Blick auf die Kunden und deren Zufriedenheit bestehen noch immer starke Bedenken in Hinsicht der Sicherheit, daher blieb die Nutzung im vergangenen Jahr mit 16 % weitestgehend unverändert. Laut Peter Heidkamp, Head of Technology and Business Services bei KPMG, bleiben hier Potenziale offen. Er hält die Zurückhaltung angesichts der positiven Erfahrungen derer, die die public Cloud bereits nutzen, für nicht gerechtfertigt.

SaaS und IaaS setzen sich durch

Ein Kerngebiet der public Cloud hat sich aber doch durchgesetzt. Software- und Infrastrukturdienstleistungen sind mittlerweile sogar bei mehr als der Hälfte der Unternehmen verbreitet. Das hängt damit zusammen, dass diese sich zunehmend darüber bewusst werden, dass sie mit eigenen IT-Ressourcen an Grenzen stoßen und mit spezialisierten Anbietern kaum Schritt halten können. Die gegenwärtige Innovations- und Umsetzungsgeschwindigkeit ist ständiger Treiber dieser Entwicklung, in der sich mittlerweile kaum noch die Frage stellt, ob SaaS-Lösungen im Unternehmen genutzt werden, sondern vielmehr in welchen Bereichen sie eingesetzt werden sollen.

Foto: KPMG / Bitkom

Fazit:

Trotz fortwährender Skepsis erreichen die Akzeptanz und vor allem gute Erfahrungen von Unternehmen mit Cloud-Lösungen mittlerweile gute Werte. Erwartet wird hier auch ein weiterer Anstieg in den folgenden Jahren. Die public-Cloud hat gegenüber der private-Cloud noch großes Entwicklungspotenzial, hier stehen zuweilen die Kundenzufriedenheit und sichere Datenspeicherung noch über dem Vertrauen in prozesserleichternde und bewährte Services. Wichtig ist für Unternehmen, dass es bei der Nutzung von Cloud-Lösungen nicht in erster Linie um Kostensenkung als primäres Ziel geht, sondern vor allem um die Prozessvereinfachung und einen einfachen Zugriff auf IT-Ressourcen.